Ich habe vor ein paar Tagen den Artikel Der Weg zum “M” auf Fotoholiker gelesen. Bisher habe ich es vor mit hergeschoben mich mit dem manuellen Modus auseinanderzusetzen.
Die letzten paar Tage habe ich etwas damit experimentiert und bin zu dem Entschluss gekommen: ist ja gar nicht so schwierig wie ich dachte. Aber eine Frage stellt sich mir die ganze Zeit.
Wann brauche ich ihn? Macht es Sinn immer mit “M” zu fotografieren, oder nur in bestimmten Situationen?
Vorteile hat es schon. Zum einen lernt man viel über seine Kamera, wie sie sich in verschiedenen Situationen verhält. Zum anderen hat man mehr Kontrolle und muss sich nicht auf Kamerainterne Automatiken verlassen, welche zwar dafür ausgelegt sind immer das bestmögliche Bild zu liefern aber nicht unbedingt das gewünschte bzw. kreativste Ergebnis.
Auf der anderen Seite ist es aber recht anstrengend und zeitintensiv ständig den Lichtmesser im Auge zu behalten und die Blende und Verschlusszeit anzupassen.
Wie handhabst Du das, in welchen Situationen setzt Du den “M”-Modus ein?
Also, wenn ich Gesichtern hinterher hetze habe ich meine Kamera gerne auf Blendpriorität mit ISO-Automatik. Dann kannst du die Blende variieren, wie du es brauchst – z.B. Offenblende – und lässt die Kamera den Rest machen. Idealerweise regelt sie die Belichtungszeit so weit runter, wie es geht, und wenn es mal zu dunkel wird, kickt sie den ISO-Wert hoch. Reduziert die Anzahl der zu bedienenden Elemente immens – prima, wenn die Opfer kamerascheu sind und es auf jede Nanosekunde ankommt. ;)
In allen anderen Fällen ist es für mich M, mit manuellem ISO-Wert. Manchmal weiß man es einfach besser als die Kamera, vor allem aber macht es aber viel mehr Spaß, selber die Fäden in der Hand zu halten.
Wenn ich den Gestaltungsspielraum brauche und Zeit habe, dann setze ich den M-Modus ein. Bevorzugt arbeite ich manuell bei HDR, Panoramen, Studioaufnahmen, Mischlichtsituationen mit Blitzaufhellung.
Wenn’s schnell gehen muss und ich die knappe Zeit für die Bildgestaltung brauche, dann setze ich die zur Situation passende Automatik ein.
Witzig, bei mir war es genau anders herum. Ich habe mit M angefangen und erst sehr spät die Modi AV und TV entdeckt. M ist aber z. B. bei Studioaufnahmen unabdingbar. Mag aber auch an der nicht mehr ganz aktuellen Anlage in unserer Schule liegen, wer weiß :)
In der Regel benutze ich aber immer noch M, weil es mir alle Freiheiten lässt. Man ist dazu gezwungen, sich schon während der Aufnahme mit Technik und Gestaltung auseinander zu setzen. Das sollte “Schnappschüsse” eigentlich ausschließen.